Theater Lampenfieber

Maria Schmolln

Inhalt

Der wohlhabende Argan ist ein Hypochonder. Geplagt von unzähligen Krankheitssymptomen tyrannisiert er seine Familie und verschreibt sich einem Apotheker- und Ärzteteam, das ihm fragwürdige Heilmethoden und teure Medikamente verordnet: Einläufe, Aderlass und Reinigungssäfte stehen auf der Tagesordnung. Doch die eingebildete Krankheit hat Argan längst blind für seine Umgebung gemacht. Weder durchschaut er seine zweite Frau Belinde, die es in Wirklichkeit nur auf sein Geld abgesehen hat, noch erkennt er die Zuneigung seiner Tochter Angélique zu Cleante. Argan will sie aus naheliegenden Gründen zur Ehe mit einem debilen Arztsohn zwingen, um ärztlichen Beistand in der Familie zu haben. In dieser Situation unternehmen das Dienstmädchen Toinette und Argans Schwester Geraldine einen letzten Versuch, um Argan wieder zur Vernunft zu bringen. 

J.B. Molière

Die von J. B. Moliere 1673 geschriebene Komödie „Der eingebildete Kranke“ ist dessen letztes Theaterstück und eine scharfe Satire auf das Geschäft mit der Krankheit. Der Stoff dieser Komödie beinhaltet sehr viele autobiographische Elemente, war Moliere doch zum Zeitpunkt, als er das Stück schrieb, schon längere Zeit krank und hatte sich deswegen bereits mit inkompetenten Ärzten herumgeplagt. Die Komödie nimmt jedoch nicht nur pfuschende Ärzte aufs Korn, sondern auch leichtgläubige Kranke, die den Quaksalbern blind vertrauen und ihnen ihr Geld hinterherwerfen. Mit diesem Stück hielt Moliere seinem Publikum einen Spiegel vor – was auch heute noch funktioniert, da es nichts von seiner Aktualität verloren hat. 



„Der eingebildete Kranke“ zählt zu den erfolgreichsten Stücken Molieres. Von tragischer Ironie ist es, dass Moliere selbst, als er den Argan spielte, kurz nach der vierten Vorstellung an den Folgen eines Blutsturzes starb.